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Angela Wäffler-Boveland

04.04.2013

Der Auferstandene in Kreis der Nachfolgenden

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 04.04.2013 14:55
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Lk 24,36-49 als Leiblichkeit lesen, die irgendwie doch in der Schwebe bleibt.

Eine kleine Gruppe von Theologinnen sass zusammen und diskutierte über die Osterbegegnung in Lk 24 (in der BigS-Übersetzung):

- Jesus lädt ein, seine Wundmale zu berühren (V39). Eine merkwürdig intime Einladung! Es bleibt auch unerzählt, ob die Angesprochenen sie angenommen haben. Die Scheu vor der Wunde mag davon abhalten, die Scheu, Schmerzen zuzufügen (denn diese Wunden müssen entsetzlich schmerzhaft gewesen sein!) aber womöglich auch eine gewisse Abscheu vor Eiter, Wundsekret und offenem Fleisch... ganz leiblich kommt hier der Auferstandene entgegen; der Rückzug auf Astralleib, Geistwesen oder "noch nicht ganz fort" wird nicht zugelassen - aber der Kreis um Jesus lässt sicha uf die körperliche Provokation auch nicht ganz ein. Kann es sein, dass wir die leibliche Auferstehung gar nicht wollen? 

- isst Jesus "vor ihren Augen" (V43) vor allem, um den Zuschauenden seine Leiblichkeit zu beweisen? Er isst , als wolle er doch nicht den eigenen Hunger stillen sondern mehr ein Exempel statuieren. Kann es sein, was wir solche Zeichen gern hätten, um sie dann doch "wegzurationalisieren"?

- beides sind ganzheitliche, sinnliche Zugänge zum Auferstandenen, haptisch, olfaktorisch, oral - auch sie tragen dazu bei, dass Sinn sich eröffnen kann (V45)

- dann folgen Rückbindungen an Tradition (V44), Schrift (V45) und Moral (V47). Sie alle drei bieten offenbar den Deuterahmen für das, was die Anwesenden hier erfahren.

- und dann die merkwürdig dreifache Aufforderung "fangt an in Jerusalem" (V47), "seid dafür Zeuginnen und Zeugen" (V48), "bleibt in der Stadt bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe" (V49): wofür soll der Kreis Zeugnis geben? Für Auferstehung, Tradition, Schrift oder Moral? Gehören die vier womöglich so eng zusammen, dass sie sich gar nicht trennen lassen? 

und: sollen sie gleich sofort damit beginnen oder auf die geistliche Ausrüstung warten? Braucht missionarische Verkündigung die "Kraft aus der Höhe" oder wächst diese womöglich beim Tun? Ist ZeugInnenschaft die Folge der Krafterfüllung oder die Voraussetzung dafür?

Mir gefällt, dass diese Frage schwebend offen bleibt. Die einen mögen sie als geistliche Berufung auslegen, die anderen als treue Sachwaltung, wieder andere als politisch-profetische Verantwortung für Umkehr und rechtes Tun. Die einen werden sich aufgefordert sehen zum "fangt an" und die anderen zum "bleibt in der Stadt" - nicht in Galiläa beginnt die Geschichte der Auferstehungsverkündigung, sondern in Jerusalem! - und alles scheint auf das selbe Ziel hin zu steuern: das Ostererleben mit einander zu teilen, für das die Sinne geöffnet sind

14.06.2011

Die zehn Brautjungfern (Mt 25)

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 14.06.2011 09:50
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Ein Gleichnis, das einlädt, sich immer wieder neu zu entscheiden...

Da stehen sie mit ihren Öllampen und erwarten den Bräutigam, der sich verspätet. Das ist ihre erste Entscheidung. Fünf von ihnen haben vorgesorgt und Ersatzöl dabei. Den anderen geht während des Wartens das Öl aus. Doch statt sich nun mit dem Licht von fünf Lampen zu begnügen, lassen sich die einen von den anderen wegschicken – und sind im entscheidenden Moment nicht da. Das ist ihre zweite Entscheidung, die auch hätte anders ausfallen können: Die Überheblichkeit derer, die vorgesorgt haben, ärgert mich. Sie brauchen das Öl ja nicht zu teilen, aber das Licht reicht allemal!

Das ist der eigentliche Irrtum der anderen, die „töricht“ genannt werden: dass es aufs Öl mehr ankäme als auf ihre Anwesenheit (das Öl steht für Besitz, Gaben, gute Taten, Glauben... was immer Sie wollen ). Es zeugt von mangelndem Selbstbewusstsein, sich über Äusserlichkeiten zu definieren statt sich selbst genug wichtig zu nehmen, auch ohne Leistungsausweis da zu sein, wo der Bräutigam begegnet.

Immerhin gehen sie der Hochzeitsgesellschaft nach - das ist die dritte Entscheidung - und klopfen beim Festsaal an.

Kein Wunder, dass der Bräutigam die abwesenden Frauen nicht kennt. Was werden sie ihm durch die verschlossene Türe antworten, damit er sie doch einlässt? Ich würde antworten: „Jetzt bin ich ja da! Ich kenne dich und den Ort, an dem du dich aufhälst. Wenn du die Tür öffnest, wirst du auch mich erkennen!“ Die Antwort wäre die vierte Entscheidung, die jedeR von uns zu treffen hat. 

 

„Leas Augen waren zart“ (Gen 29,17)

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 14.06.2011 09:42
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Das ist die wörtliche Übersetzung des hebräischen Textes. Aber was sind „zarte Augen“? Die meisten Interpretationen stellen sich etwas Unattraktives darunter vor: matt, glanzlos, als sei Lea geistig ohne Interesse, oder kurzsichtig, schielend, als sei Lea körperlich eingeschränkt. Daneben steht die strahlende, vitale Schönheit Rahels.

Einzig die Bibel in gerechter Sprache deutet dieses „Zarte “ als „zärtlich“. Damit bekommt die Geschichte eine neue Wendung. Stellen Sie sich vor: als Jakob zu seinem Onkel Laban kommt, verliebt nicht nur er sich in Labans jüngere Tochter Rahel. Zugleich verliebt sich Lea in Jakob. Dass sie ihn zärtlich anblickt, merkt er nicht. Dafür merkt Vater Laban, wie zärtlich Leas Augen auf Jakob blicken. Lea tut alles, damit ihre Liebe erwidert wird. Hat sie den Vater gebeten, ihr zur Ehe mit Jakob zu verhelfen? Dann wäre das ein autonomer, emanzipierter Weg im Rahmen der damaligen Möglichkeiten! Laban will Lea zu ihrem Liebesglück verhelfen und verheiratet sie vor Rahel mit Jakob. So bekommt auch der Betrug an Jakob seinen väterlich-fürsorglichen Sinn.

Und Leas Liebe wird reich mit Kindern gesegnet, während Schönheit für ein glückliches Leben letztlich doch nicht genügt...(Gen 30,1-3)

 

07.06.2011

Himmelfahrt

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 07.06.2011 09:34
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Und während sie ihm unverwandt nachschauten, wie er in den Himmel auffuhr, da standen auf einmal zwei Männer in weissen Kleidern bei ihnen, die sagten: "Ihr Leute aus Galiläa, was steht ihr da und starrt hinauf zum Himmel! Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird auf dieselbe Weise wiederkommen... (Apg 1,10+11)

Ob es wohl die selben Boten sind, die schon zu Ostern zum Perspektivenwechsel einladen? "Lasst Euch nicht paralysieren von euren eigenen Vorstellungen und Erwartungen! Bleibt nicht beim Offensichtlichen stehen! sondern wendet Euch dem Leben und seinen Herausforderungen zu!" Weder der Blick in den Tod - wie zu Ostern, noch der Blick in den Himmel als vermeintlicher Wohnort Gottes sind gefragt. Vielmehr hat Gott Leben geschenkt, damit es in Fülle gelebt werden kann: fürsorglich, achtsam, bezogen und immer bereit, Prinzipien und Grundsätze zu revidieren, wo sie dem angebrochenen Gottesreich widersprechen...

Wenn ich die Auffahrts-Verse so bedenke, füllen sie sich mir mehr mit Sinn, als wenn ich sie nach allen Regeln der Exegese analysiere.  

20.04.2011

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 20.04.2011 15:52
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Dieser Satz aus Lk 24,5f ist auch ohne Erzählrahmen die Osterbotschaft, die mich seit jeher am meisten beeindruckt. Und ich wünsche mir, sie könnte die älteste Nachricht von der Auferstehung Christi sein

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Diese Frage stelle ich mir immer wieder, wenn ich Menschen erlebe, die täglich "aufs Grab" einer lieben verstorbenen Person gehen. Ich suche meine Verstorbenen nicht auf den Friedhöfen. Ich suche sie viel lieber bei den Auferstandenen im Reich der Lebendigkeit.

Dazu ist ein Perspektivenwechsel nötig, eine Umkehr. Was wie eine Frage daherkommt, ist vielleicht vielmehr eine Herausforderung dazu, das Leben in der Welt zu suchen, im Alltag der Lebenden statt dem Tod die Definitionsmacht zu überlassen.

Jesus den Christus als Lebenden zu feiern, als Auferstandenen, ist vielleicht viel wichtiger, als die theologische Bedeutung seines Todes ausloten zu wollen... 

Osterspiele

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 20.04.2011 09:15
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Joh 20,1-10 ist mir seit Kindheitstagen unvergesslich - denn wir pflegten diese Erzählung zu spielen. Meine Mutter erzählte jeweils nur wenige Verse - und dann folgte ein streng ritualisiertes aber temperamentvoll ausgeführtes Spiel. Vielleicht habe ich drum auch nie Mühe mit Ostereiern gehabt?!

Joh 20,1: Jesus lag schon zwei Nächte im Grab und Maria Magdalena konnte noch immer nicht begreifen, was geschehen war. Sie suchte Jesus und wusste doch, dass er gestorben war. So ging sie frühmorgens zum Grab - und bleibt wie angewurzelt stehen: was ist denn das? Der Grabstein liegt nicht vor dem Grab, wo er hingehört! Spiel: Wie der Grabstein weggerollt war, liessen auch wir Ostereier rollen: ein langes Brett, dass normalerweise über der Badewanne lag, wurde mit einem Tuch bedeckt, an einer Schmalseite leicht erhöht, so dass eine schräge Bahn entstand, und dann mit vielen kleinen Zuckereiern bestreut (wenn mein Patenonkel kam, lagen auch kleine Münzen zwischen den Eiern). Nun durfte das jüngste Kind als erstes ein Osterei von oben die schräge Bahn hinunterkullern lassen und alles behalten, was dabei berührt worden war. Dann kam das nächste an die Reihe... 

Joh 20,2-4: Ohne genauer hinzusehen, was eigentlich los ist, kehrt Maria Magdalena um und rennt zu den Jüngern zurück. Als Petrus und der andere, namenlose, das hören, rennen sie um die Wette zum Grab. Spiel: Wettrennen mit Holzlöffeln, auf denen je ein Osterei lag. Wer das Ei verlor, musste zurück an den Start und neu beginnen.

Joh 20,5: der Namenlose ist zuerst am Grab und hat das Rennen eigentlich gewonnen. Er sieht die Leinenbinden da liegen, aber von Jesus fehlt jede Spur. Spiel: Wie Maria Magdalena und der Namenlose Jesus suchen, suchten wir Ostereier, Hasen und Nester.

Joh 20,6-7: Jetzt kommt auch Petrus ganz ausser Atem beim Grab an und geht hinein. Er stutzt: das Schweisstuch liegt ordentlich zusammengelegt da! Wer hat sich wohl die Mühe gemacht, das Tuch so schön aufzurollen? Spiel: Jedes von uns Kindern bekam ein Ei in die Hand, das dick in eine alte elastische Binde eingewickelt war. Um die Wette wurde nun das Ei ausgewickelt - aber die Binde musste dabei ordentlich aufgerollt werden.

Joh 20,8-10: Nun kommt auch der Namenlose ins Grab hinein und ist angesichts der Leinenbinden fest überzeugt, dass Jesus lebt. kein Engel erklärt dieses Wunder, aber die Jünger glauben an das Wunder des Lebens. Gottes Leben ist stärker als der Tod! Spiel: Eiertütschen, denn dabei springt die Schale und lässt das Leben frei, wie die Tür vom Grab aufgesprungen ist...   

 

08.03.2011

Jesu Worte am Kreuz: Es ist vollbracht!

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:55
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Als Stossseufzer der Erleichterung ist dieser Satz verstanden worden. Als Erfolgsmeldung bei einer besonderen Herausforderung und Anstrengung. Oder passt dieser Satz zu Gottes Scöpfungsakt: "Und siehe, es war sehr gut" (Gen 1)? Wie verstehen Sie diesen Satz?

Mit diesem Ausruf besiegelt Jesus den Prozess des Sterben. Nicht Triumpf schwingt darin, obwohl das häufig so gelesen worden ist, sondern der Wechsel in die andere Welt. Durst markiert die tiefste Tiefe der Qualen. Der Tod kann nun nur noch Erlösung sein und wird von dem Sterbenden und Gequälten ersehnt und erwartet. Die Folter greift nicht mehr, der Gemarterte ist schon nicht mehr von dieser Welt. Das Leben ist vollbracht, zu Ende und zugleich am Ziel. Die letzte Hoffnung gilt nun dem Tod.

Matthäus berichtet, wie Gott zum Zeichen seiner Trauer den Tempelvorhang zerreisst (Mt 27,51), der das Allerheiligste vor den Augen der Menschen verborgen hielt. Gott legt die Hüllen ab, mit denen die Menschen ihn verborgen gehalten hatten. Gottes Gegenwart ist als liebevolle Trauer erkennbar. Nun kann jeder Mensch merken, was dieses Allerheiligste Gottes ist: ein geschundener, gefolterter, kaum noch lebendiger Mensch! Gottes Allerheiligstes sind die Menschen in ihrem Leben wie in ihrem Sterben. Damit hat der Sterbende zugleich fertiggebracht, dass Gott sich den Menschen nun in Wahrheit zeigt. (Joh 19,30)

mehr dazu: http://www.wtb.ref.ch/wtb/kursunterlagen/bibelarbeit/passagen

Jesu Worte am Kreuz: Mich dürstet!

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:55
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Welche Farbe hat dein Durst? Wann ist Durst am grössten? Selig die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit (Mt 5,6)

Diese zwei Worte sind kein Gebet, kein Zuspruch, kein Testament, sondern elementares Bedürfnis, als Feststellung formuliert: Mich dürstet! Wer wäre da, dem Durstenden zu trinken zu geben? Wer holte ihm Wasser des Lebens, das Jesus in früheren Tagen so reichlich für andere geschöpft hatte? Kann denn dieser Durst nach Leben überhaupt gestillt werden?

Die Zerstörung hat ihre Spuren hinterlassen. Durst ist vielleicht die furchtbarste von allen Qualen. Die Zunge klebt am Gaumen, die Kehle fühlt sich an wie mit Glassplittern ausgelegt (Ps 22,16).

Der Körper des Gekreuzigten ist dem Verfall ausgeliefert. Unumkehrbar, endgültig, absolut. Die eigene Kraft reicht nicht mehr, sich der Quelle entgegen zu strecken und so verdurstet dieser Mensch am ausgestreckten Arm. (Joh 19,28 vgl Ps 22,16)

 

mehr dazu: http://www.wtb.ref.ch/wtb/kursunterlagen/bibelarbeit/passagen

Jesu Worte am Kreuz: Frau siehe: dein Sohn – und du: siehe deine Mutter!

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:50
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Immer wieder treten an überraschenden Orten und bei unerwarteten Gelegenheiten die Frauen auf; aber nirgend so dicht, wie im Sterben - und Auferstehen! - Jesu. Frauen sehen zu, wie er stirbt und begraben wird, Frauen sind die ersten, die das Osterwunder erleben. Und hier nun begegnet die Mutter. Nach Ex 20,12 sollen die Eltern geehrt werden. Es ist die Aufforderung an die - erwachsenen! - Kindern, für die alten Eltern zu sorgen. Jesus tut es auf seine Weise

Jesu letzter Wille, sein Testament und Vermächtnis ist von Fürsorge, Verantwortung und Liebe geprägt. Am Kreuz gilt Jesu erstes Interesse nicht sich selbst, sondern den Menschen. Natürlich werden alle diesen letzten Willen respektieren und erfüllen – und so entsteht eine familiäre, gegenseitige Verantwortung für einander, eine hohe Verbindlichkeit, die viel enger ist, als Blutsverwandtschaft es je sein könnte: die freiwillige Bindung wird zum nachdrücklichen Bündnis, zum neuen Bund.

Das erinnert mich an die Einsetzungs-Worte Jesu: „Dieser Becher ist der neue Bund in meinem Blut. Solches tut, sooft ihr trinkt, meiner zu gedenken.“ (1Kor 11,25) Wenn wir diese Worte als Erwählung zu einer Art von Wahlverwandtschaft verstehen würden, statt als Opfer, bekäme auch das Mahl Christi den Charakter des Festes, der Gemeinschaft, der Freude! (Joh 19,26)

 

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Jesu Worte am Kreuz: Ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradies sein!

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:40
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Welch eine Verheissung! Aber was stellen Sie sich überhaupt unter dem Paradies vor?"Mein Paradies hat keine Gestalt, aber eine Farbe", sagte vor vielen Jahren die Nationalrätin Maja Ingold

Hier begegnet uns nun keine Bitte mehr, sondern eine Zusage. Drei Menschen erleiden den Tod am Kreuz. Sie teilen das selbe Los, aber machen sie auch die gleichen Erfahrungen? Jeder ist ganz für sich allein und wäre auf Trost und Beistand so angewiesen. Jesus ist einer von ihnen, nicht mehr Lehrer oder Heiland, sondern ihresgleichen. Der eine bleibt sich und seinem Zynismus auch im Tod treu und stirbt einsam, ohne Ehrfurcht vor Leben, Tod und Gott. Der andere erkennt Jesu Schuldlosigkeit ganz unerwartet an. Und so empfängt Jesus tröstlichen Zuspruch, und er erkennt durch alle Qual hindurch durch die offenen Tore zum Paradies den Lebensbaum in der Mitte, von dem niemand hatte essen dürfen. Und er lässt den Mitgekreuzigten wissen, dass diese Lebenszusage auch ihm gilt: der Baum des Lebens ist für alle Menschen zugänglich. Dies ist eine feste Überzeugung, in die der Mitgekreuzigte hineingenommen wird – und so erfährt auch er Beistand.  (Lk 23,43)

 

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Jesu Worte am Kreuz: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:40
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Manche der Kreuzesworte sind unmittelbar nachvollziehbar; mit ihnen kann ich mich identifizieren und mir vorstellen, dass auch ich in diesem Geist leben und sterben möchte. Andere entziehen sich mir. Dieses ist für mich besonders irritierend.

Diese Fürbitte enthält den schweren Vorwurf der Ignoranz. Nichtwissen meint hier, die Augen vor dem Offensichtlichen zu schliessen. Im Medienzeitalter ist dieser Vorwurf noch fundamentaler als zu anderen Zeiten, denn die Informationen über alles Leid und all unsere schuldvolle Beteiligung kommen täglich ins Haus. Wer da nicht weiss, was das eigene Verhalten auslöst, gibt sein Gewissen preis – für Wohlstand und persönliche Freiheit. Doch in der Fürbitte Jesu werden Opfer und Täter aufs engste verbunden:

 So richtet sich selbst, wer die Verantwortung für das eigene Handeln nicht übernehmen will. Im Zentrum des Interesses stehen Menschen mit dem von ihnen ignorierten Wissen. Indem Christus Gott gerade für sie um Vergebung bittet, kann er selbst vergeben (Mt 6,12). Und so spannt sich Zuversicht aus: Gott nimmt alle Menschen an, mit allem Scheitern und Versagen – daraus kann Mut wachsen, sich nach bestem Wissen und Gewissen ins Leben einzumischen, wie Gott es gemeint hat. (Lk 23,34 vgl Jes 53,12b)

 

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Jesu Worte am Kreuz: Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:35
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Früh fiel auf, dass die Evangelien ganz unterschiedliche Worte Jesu am Kreuz überliefern; nur Markus & Matthäus berufen sich auf die klassisch jüdischen Sterbeworte aus Ps 22. Die Vielfalt, die sich aus der Zusammenschau oder Evangelienharmonie ergab, wurde als theologische Bereicherung und Herausforderung erlebt, statt als historische Fehlerquelle verstanden zu werden. Ich gehe den 7 Worten aus Mk 15;Mt 27; Lk 23 & Joh 19 einzeln nach

Mit dieser paradoxen Bitte aus Psalm 22 wünscht jedes Mitglied des jüdischen Glaubens zu sterben. Es ist die Bitte eines einzelnen für sich selbst, von Gott gesehen, wahrgenommen und getröstet zu werden in den Augenblicken tiefster Einsamkeit und schwersten Leids. Wo Gott nicht mehr erkennbar ist, bleibt die Bitte, Gott möge erkennen. Paradox ist diese Bitte, weil sie gerade den anspricht, der als abwesend nicht mehr erfahren werden kann. Dieser abwesende Gott wird zugleich als der Vertraute, als „mein Gott“ angesprochen. Vielleicht muss diese Bitte ein Leben lang eingeübt und in ihrer Paradoxie ausgehalten werden, um sie sterbend beten zu können?

 (Mt 27,46; Mk 15,34)

 

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Jesu Worte am Kreuz: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.03.2011 09:00
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Ein Blick auf die eigenen Hände zeigt, wofür sie nützlich und tauglich sind: zupackend und streichelnd, zur Faust geballt und segnend ausgestreckt, gepflegt und verbraucht spiegeln die Hände ein Stück des Lebens wieder. Fingerabdrücke sind einmalig und unverwechselbar - so wie jede einzelne Person. Und gerade die Hand wird zum Ausdrck der Gottesbeziehung!

Diese Vertrauensgeste stellten schon die Kirchenväter an den Abschluss der Evangelienharmonie. Damit wird Gottvertrauen ins Zentrum gestellt. Gottes Hände sind bis in die Ikonographie der Gegenwart Ausdruck der Geborgenheit, der Beheimatung und des Vertrauens. Wer sich in die Hände eines anderen begibt, liefert sich diesem anderen aus, gibt die Kontrolle ab und wird damit abhängig. Aber welche Abhängigkeit könnte schadloser sein, als die Abhängigkeit von Gott? Wenn Gott sagt: „siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet“ (Jes 49,16), kann der Mensch vertrauensvoll antworten: „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Ps 31,16)

Damit entsteht eine ganz neue Freiheit: alles, was das Erdenleben beengt, hinter Maschendraht begrenzt, wird durchlässig, wo es in Gottes Hand ist. Gottes Hände schaffen Durchgänge, Passagen, wo alle Zugänge zum Leben versperrt scheinen. Hier wird der Blick auf den Lebensbaum frei, und zwar so, dass nicht nur Jesus, sondern jeder Mensch ihn sehen und erkennen kann. So wird das Kreuz Christi zum Lebensbaum, und kündigt schon das neue Leben an, das bald daraus aufblühen wird.

Mich erinnert dieser Hoffnungssatz, der bereits auf Ostern verweist, ausserdem an die Trinität: „Vater“ verweist auf Gott, dem wir alles Leben verdanken; der hier spricht ist Jesus Christus, der Leben Sterben und Auferstehen mit uns teilt; und auch wenn der Geist hier das eigene Leben meint, so erinnert er mich doch an die göttliche Geistkraft, die ermächtigt und ermutigt zu Autonomie und Verantwortung (Lk 23,46)

 

mehr dazu: http://www.wtb.ref.ch/wtb/kursunterlagen/bibelarbeit/passagen

05.02.2011

Was tun Sie, wenn jemand Sie mit einem Hund vergleicht?

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 05.02.2011 18:48
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Anleitungen für eine kompetente Gesprächsführung in Mk 7,24-30

Sind Sie beleidigt, wenn Sie mit einem Hund verglichen werden? Oder geschmeichelt, weil Sie Hunde mögen? Mit welchem Ohr hören Sie solche einen Vergleich: mit dem Appell-Ohr, sich zu verziehen oder mit dem Beziehungsohr (und was wird dann über die Beziehung gesagt?) Hören Sie mit dem Ohr, das hört, was der andere damit über sich selbst sagt oder verstehen sie den Satz als Sachaussage? Jedes dieser Ohren lässt weitere Perspektiven offen.

Im Markusevangelium reagiert eine Frau völlig angemessen auf der Ebene der Selbstoffenbarung. Sie nimmt den Satz nicht persönlich, reagiert aber einfühlsam und trotzdem stark. Sie nimmt den Sprecher ernst und beim Wort - und es scheint ihr ganz egal zu sein, dass dieser Sprecher Jesus ist. Und gerade darin öffnet sich auch für sie ein neuer Horizont (ich habe schon im Kommentar zu Thomas Markus Meier "Vom Sünder zum Heiligen - aber wer nur?" davon geschrieben).

Indem die Frau die unerwartete Selbstoffenbarung Jesu versteht, statt sich angegriffen zu fühlen, kann sie ihm zu seiner Kraft und Stärke verhelfen, die er verloren zu haben schien: "meine Kraft langt kaum für die eigenen Leute", sagt er ihr, "und du willst, dass ich dir, einer Fremden, helfe?"

"Ja," sagt sie, "denn ich glaube, dass du viel mehr zu geben hast, als du selbst gerade weisst. Von deinem Überfluss wird gar nicht alles gebraucht und manches bleibt ungenutzt. Ich brauche nicht mehr, als was vom Überfluss abfällt." 

Wer so an die eigene Fülle erinnert wird, kann leicht geben. Und Jesus tut es.

Das Bild vom Hund tut eigentlich nichts zur Sache. Es zeigt aber, wie schnell wir unser Augen- und Ohrenmerk auf Nebensächlichkeiten lenken lassen. Oder haben Sie den Satz vom Hund ganz anders gelesen? 

Bilder im Kopf

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 05.02.2011 18:23
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Sonntagsschulwissen und Kulturgeschichte prägen meine inneren Vorstellungen - und damit auch meine theologischen Deutungen; zB. in Bezug auf Zachäus (Lk 19)

Als ich ein Kind war, begann für mich die Geschichte von Zachäus eigentlich erst mit Vers 3: der neugierige, kleine Zachäus will Jesus sehen. Und ich stellte ihn mir vor, wie ich selbst war: zierlich, agil, gewandt. Klar klettert so einer auf den nächsten Laternenpfahl, die nächste Mülltonne oder eben den nächsten Baum. Dass Zachäus in den Baum klettert, hat mich nie gewundert oder irritiert. Wollte ich selbst eine bessere Aussicht haben, hob mein Vater mich auf seine Schultern, damit ich alle überragen konnte. Und mein Vater unter mir gab mir Sicherheit. Sagte er "Los, runter!" gehorchte ich - schon allein aus Angst, er könnte mir ein nächstes Mal das Privileg vorenthalten!

Dann begann ich mit dem Studium und entdeckte den Vers 2: Zachäus, der Oberzöllner wurde nun zu einer Negativfigur: dick und bonzig mit übertrieben grossen Goldringen an allen Fingern. Und ich wunderte mich, wie so ein behäbiger, schwerfälliger Mann auf die Idee kommen konnte, auf einen Baum zu klettern. Ob er dabei nicht sein Würde einbüsste? Und sah er von dort oben nicht auf alle anderen herab? 

Am vergangenen Montag erfuhren wir die Geschichte von Zachäus ansatzweise "am eigenen Leib". Erst bei diesem Anlass wurde mir bewusst, wie widersprüchlich meine beiden Bilder von Zachäus sind - und welche Folgen diese Bilder für den Verlauf der Geschichte haben. Ich entdeckte, dass gar nicht der, der oben sitzt, mehr Autorität ausstrahlt, als der der unten steht. Ich realisierte, wie der befehlsgewohnte Zachäus ohne zu zögern auf die Aufforderung von Jesus reagiert, der dabei von unten nach oben schaut.

Wird hier die Weltordnung auf den Kopf gestellt, wie es bei Jesaja verheissen ist (40,4; 49,11 uö) oder von Hanna besungen wird (1 Sam 2,7)? Oder werden nur meine inneren Bilder von oben und unten zurechtgerückt?  

08.12.2010

Was mir und dir?

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 08.12.2010 19:50
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Dieser unvollständige Satz regt mich immerwieder zum Nachdenken an

Er begegnet in der Bibel mehrfach. Ausgegangen ist meine Recherche von der Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter bei der Hochzeit in Kana (Joh 2,4). Die Übertragung des Satzes mit "was habe ich mit dir zu schaffen" (Zürich 31; Wilckens) über "Was geht's dich an, was ich tue?" (Luther) oder "Was willst du von mir" (EÜ) wirkt im Kontext absolut unangemessen: warum sollte die Frau nach solch harscher Abfuhr, wie sie die Übersetzungen suggerieren, hingehen und den Bediensteten sagen: "Was immer er euch sagt, das tut"?

Und dann geht Jesus tatsächlich hin und sagt etwas, das das Fest rettet und den Überschuss des Göttlichen sichtbar werden lässt?

Die Zürcher Übersetzung von 2007 geht hier immerhin einen neuen Weg, der eine neue Perspektive öffnet: "Was hat das mit dir und mir zu tun?" Immerhin: der unvollständige Satz wird so wenig wie möglich ergänzt. Zwar werden "du" und "ich" vertauscht, zwar liegt noch immer eine Abwehr in diesem Satz, doch entsteht deutlich mehr Deutungsspielraum als in den anderen Übertragungen (von Übersetzungen kann ich hier gar nicht mehr sprechen!).

Ich möchte den Satz aber noch einmal anders deuten, nämlich als eine konstruktive Rückfrage, die den weiteren Verlauf der Erzählung überhaupt erst ermöglicht. Wenn mit diesem kryptischen Satz gemeint ist: "Was liegt an mir und was liegt an dir?", dann wird der Satz zur Einladung, über die gemeinsamen Möglichkeiten nachzudenken. Die Feststellung "sie haben keinen Wein mehr" wird von Jesus als Aufforderung verstanden, eine Lösung zu finden. Aber er kann offenbar nicht allein helfen. Pure Delegation ist nicht gefragt - dafür aber Teamwork: was kann ich jetzt tun - und was kannst du tun?

Tatsächlich: Jesus kann das Wunder wirken, aber nur, wenn die Bediensteten mitmachen. und diese wiederum machen nur mit, wenn sie glaubwürdig dazu ermutigt worden sind - von der Frau, die im Haus besser eingeführt ist als ihr Sohn.

Das eröffnet zwei Horizonte:

Zum einen öffnet es den Horizont eines aktiven Christseins. Die Frage "Was liegt an mir und was an dir?" stellt sich uns allen jeden Tag neu.

Zum anderen lassen sich dann andere Bibelstellen ganz anders verstehen: "Was liegt an mir und was an dir?" fragt die Witwe von Zarefat den Profeten Elija (1Kön 17,18), fragt Elischa den König Jehoram (2Kön 3,13), schleudern die zwei Besessenen Jesus entgegen (Mt 8,29) und der Kranke von Gerasa schreit mit diesen Worten Jesus an (Mk 5,7). Haben sie nicht alle Recht zu fragen "Was liegt noch an mir und was liegt bei dir?" - und liegt darin nicht immer der Wunsch nach Zusammenarbeit mit dem Göttlichen: "Wenn ich schon tue, was ich kann, dann tue du auch, was du kannst!"  

04.10.2010

Themenvielfalt

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 04.10.2010 10:08
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Manchmal kann Vielfalt auch erdrücken. Wenn in einem Bibeltext neben dem von mir gemeinten Thema andere Themen viel "lauter" und vordringlicher sind, lenken sie mich ab. Und dann?

Ich wollte Mk 8, 34-38 als Beispiel brauchen für die Schnittstelle zwischen "wahrer Gott" und "wahrer Mensch". Aber Verleugnen, Kreuz, Tod und Leben, Rettung und Verlust, Schaden und Gegenwert, Scham und Sünde betreffen viel existentieller als die von mir gewählte Perspektive. Was soll ich tun?

Ich entscheide mich, dem Text Recht zu geben. Für meine Frage muss ich ein anderes Beispiel finden; dieser Jesus-Rede muss ich erst einmal ganz genau zuhören, bevor ich weiter damit umgehen kann. Noch ist sie mir sehr fremd und sperrt sich meinem Verstehen.

Klar höre ich Kritik an einer gewissen, nur allzu vertrauten Lebenshaltung: Konsum und Wohlstand machen nicht "selig" und in einer Zeit, in der Beine und Busen versichert werden können, ist die Frage sicher angebracht, was denn der Gegenwert des Lebens sein könnte. Globalisierte Märkte suggerieren, uns gehöre die ganze Welt ... und wie mit Ehe- und Treueversprechen umgegangen wird, schmerzt mich immer wieder, wenn befreundete Paare sich trennen -

aber ist das schon "ehebrecherisch" im moralischen Sinn?

"Sündig" ist für mich eben genau keine moralische Grösse, sondern eine Aussage über den Zustand der Beziehung zwischen Mensch und Gott: bricht der Mensch am Ende gar die "Ehe mit Gott"?

Aber hier geht es ja um eine Ich-Rede Jesu; also auch um einen Beziehungsabbruch gegenüber Jesus? Und ist der, der da Im Glanz des Vaters kommen wird, dieser Menschensohn, identisch mit Jesus? Oder doch ein anderer?

  

27.09.2010

Dreieinigkeit Gottes

von Angela Wäffler-Boveland — Letzte Änderung 27.09.2010 16:19
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In der Bibel wird keine Lehre von der Trinität entfaltet - aber Vorzeichen dafür sind vielfältig vorhanden

Ich liebe es, in der Bibel Hinweise auf die Dreieinigkeit zu entdecken: Joh 14,26 ist zur Zeit eine meiner Lieblingstellen, weil in dem einen Satz so unglaublich viel steckt, was mich anrührt:

Der Sprecher Jesus Christus, der uns als Menschenbruder und Sohn Gottes partnerschaftlich, ebenbürtig und "auf Augenhöhe" begegnet, spricht mit uns, nimmt Beziehung zu uns auf, begegnet im Gegenüber. Was immer ich mit diesem Jesus Christus für innere Vorstellungen und Bilder verbinde: es hat in diesem Vers Platz!

Der (göttliche) Vater (oder vielleicht doch die göttliche Mutter?) handelt im Namen Jesu. Bei der elterlichen Autorität bin ich gern geborgen, behütet und dankbar dafür, ein Stück der Lebenslast delegieren zu können. Wobei "der Name" neben dem Hinweis auf die Delegation auch auf ein jüdisches Synonym für den heiligen, unaussprechlichen Gottesnamen JHWH verweist, der einzig und lebendig ist. Und Gott sendet den Menschen etwas: Die Sendung ist ein Brückenschlag zwischen Gott und Mensch, eine Verbindung, die die Menschen zu Empfangenden macht.

Der heilige Geist schliesslich ist es, der tröstet und ermächtigt, aufrichtet und emanzipiert, mich über mich selbst hinaushebt und mich zur Autonomie herausfordert. Selbst da, wo ich an meiner eigenen Begrenztheit und Vorläufigkeit verzweifeln möchte, ermutigt mich die Kraft des Geistes zur Verantwortung. Diese Geistkraft lehrt und erinnert - sie gibt immer wieder neue Impulse zum Wachsen und Reifen.

Seit längerem denke ich darüber nach, ob es über diese drei Beziehungsebenen hinaus wohl noch weitere gibt, die von der Trinität nicht erfasst sind? Neben der partnerschaftlichen, der hierarchischen und der emanzipatorischen Beziehung ist mir bisher noch keine weitere in den Sinn gekommen!

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