Subjektiv und objektiv
Früher war das ein Killerargument: eine subjektive Bibelauslegung. Heute ist man da etwas nachdenklicher geworden, was objektive Wahrheiten angeht.
Heute in einem Beitrag im TAGESANZEIGER:
"Dieses Spiel, das man jeden Abend im Fernsehen in den Talkshows verfolgen kann mit Kontrahenten, die sich auf den Kopf hauen, ist kein dramaturgisches Mittel, das fürs Kino taugt. Die Pseudo-Objektivität dieser Pros und Contras interessiert mich nicht. Man kommt der Wahrheit näher, wenn man sich auf eine subjektive Perspektive einlässt."
Pepe Danquart, Regisseur von "Joschka und Herr Fischer"
Dass das kein dramaturgisches Mitel ist und dass das im Kino niemand interessiert, mag ja sein. Und man kann das ja auch traurig finden. Und trotzdem meine ich, dass da etwas Wahres dran ist mit der Subjektivität.


KINOGÄNGER gesucht!
Wer sich den Film anschauen geht, oder dereinst eine DVD postet, bitte gnau hinsehen:
Der Aufbruch des/der Bösen wird eine sequenz lang gezeigt aus der Optik der Verängstigten, derer hinter den Vorhängen. Auf einem Balkon doch tatsächlich mal paar Kreuze, und unmittelbar vorher, kann es sein, dass da paar Tiere einen Tallit trugen? Dann wär, fast zu übersehen, die Unterdrückung von Religion im heutigen China ganz versteckt, und fast zu schnell, kurz aufgeblitzt.
Immerhin macht das Regime ja gewaltige Gegenpropaganda gegen einen "banalen" Trickfilm...