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Lektüre von Levitikus 8

von Peter Zürn — Letzte Änderung 24.03.2011 14:29
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Der Text beschreibt ein öffentliches Ritual zur Weihe der Priester für den Dienst am Heiligtum. Alle Elemente sind in den ersten beiden Versen als Rede Gottes zu Mose zusammengefasst: "Nimm Aaron und seine Söhne, die Gewänder, das Salböl, den Stier für das Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit den ungesäuerten Broten. Dann ruf die ganze Gemeinde am Eingang des Offenbarungszeltes zusammen." Die Gruppe, die zum Priesterdienst zugelassen ist, wird gewaschen und bekleidet und mit Öl gesalbt. Ein Sündopfer (Stier), ein Brandopfer (Ganzopfer; Widder)) wie sie in den Kapiteln vorher beschrieben wurden, werden dargebracht. Dazu kommt eine neue Form von Opfer mit einem Widder und ungesäuerten Broten mit bereits bekannten und unbekannten Elementen.
Der Kommentator Gerstenberger geht davon aus, dass es sich dabei nicht um eine Erzählung eines bestimmten, so abgelaufenen Ereignisses handelt, sondern um eine Textkomposition, die vielleicht zur Verlesung im Gottesdienst bestimmt war. Denn der Text von Lev 8 bzieht sich ganz eng - mitunter wortwörtlich - auf den Text von Exodus 29, wo die Einsetzung des Rituals am Berg Sinai beschrieben wird. Der Text von Lev 8 "soll zeigen, dass der den Zeitgenossen bekannte Opfergottesdienst im Tempel von Jerusalem am Sinai begründet wurde und noch immer nach dem selben Muster abläuft" (Gerstenberger 92).

Dann ist unser Text, Lev 8, also jünger als der von Ex 29. Viel ist geschehen, hat sich verändert, die Welt hat sich weiter gedreht, Verbindungen zum Früheren sind abgerissen oder doch zerbrechlich geworden. Das Ritual stellt eine solche Verbindung wieder her, stärkt sie, spricht von Kontinuität, behauptet sie vielleicht (nur), fordert dazu heraus, ihr zu trauen.

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