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18.05.2012

"Es hat Gott dem Allmächtigen gar nicht gefallen"

von Thomas Markus Meier — Letzte Änderung 18.05.2012 11:19
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So der Beginn einer der berühmten Leichenreden Kurt Martis. Beim berühmten Hiob-Wort: "Der EWIGE hats gegeben, der EWIGE hats genommen, gelobt sei der Name des EWIGEN" kennt die Vulgata den Zusatz aus der LXX (obwohl Hieronymus sonst ja nach dem Hebräischen übersetzt). Es heisst dann: "Der EWIGE hats gegeben, der EWIGE hats genommen. Wie es dem EWIGEN gefallen hat, ist es geschehen. Gelobt sei der Name des EWIGEN." Das gibt dann nachzudenken.

Bei der uns gewohnten Hiob-Antwort steht nur, dass alles von Gott kommt. In der LXX und der Vugata aber hat es "Gott gefallen"... Hier wäre wohl Martis Widerspruch gefragt. Hat es denn Gott gefallen, was mit Hiob geschah? Ist es gott-gefällig, so von Gott zu reden? In der einen Richtung hat es Gott ja nicht nur zugelassen, sondern Satan (fast) freie Hand gelassen. Insofern eine Korrektur an der Vorstellung vom "Lieb-Gott", der dann brav, zahnlos, kinderzimmertauglich wär. In der andern Richtung: hat es Gott gefallen, oder hats ihn nur wundergenommen, wie Hiob reagiert...?

Auf alle Fälle bietet das Buch Hiob mehr als nur den frommen "Ertragens-Spruch"... 

Zwischen die bekannten zwei Sätze schiebt die LXX und Vulgata einen Stolperstein, ein Nachdenkens-Spruch. Und zwischen die Rahmenhandlung schiebt die Bibel viele Reden, die es lohnt, nicht einfach zu überlesen...

Nächsten Donnerstag starte ich einen "Bibeltreff" zu den oft überlesenen Reden: 

http://www.propstei.ch/bmob/kurs_detail.asp?id=328&datum_id=410

07.05.2012

Himmel und Hölle

von Thomas Markus Meier — Letzte Änderung 07.05.2012 20:39
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Am Sonntag lud der Diözesanvorstand Basel des SKB zu einer Bibelwanderung ein. Von der Postautostation "Paradies" wanderten wir los und besuchten die Höll(-grotten) in Baar, und stiegen dann auf ins Himmelriich...

Beim Suchen passender Bibelstellen fiel mir auf, das die "Gehenna", die Hölle, eine neutestamentliche Erfindung ist. Gemeint der Ort Ben-Hinnom, ein Tal bei Jerusalem. Es wird zum Ort des Gerichts, aber noch nicht zu einem höllischen Strafort.

Mit einem Tag Verspätung les ich ein Zitat von Mark Twain wieder, das gestern gut gepasst hätte.

 

Denn die Hölle ist es, die Twain nicht passt und eine seiner Figuren gegen den Himmel rebellieren lässt. Können wir nur dann Freude haben am Himmel, wenn es auch eine Hölle gibt?

Strahlt das Gute nur dann hell, wenn es sich vor einer dunklen Hintergrundfolie abhebt?

 

Wie so gern das Neue Testament hell und glänzend gemacht wird auf Kosten des "Alten", des Ersten Testaments.

 

Twain:

 

Die beiden Testamente sind eine interessante Sache, jedes auf seine Art. Das Alte vermittelt ein Bild des Gottes jener Leute, wie er war, bevor er religiös wurde; das Neue, wie er hernach erschien.

 

Als Gott zum ersten Mal zur Erde herbastieg, brachte er Leben und Tod; das zweite Mal brachte er die Hölle.

 

Nun liegt da eine Merkwürdigkeit vor. Es herrscht die allgemeine Auffassung, dass Gott, als er im Himmel wohnte, streng, hart, böse, eifersüchtig und grausam gewesen, aber seitdem er zur Erde gekommen war und den Namen Jesus Christus angenommen hatte, das Gegenteil davon geworden sei. Nämlich: er wurde sanft, milde, mitleidig und verzeihend, alle Härte entschwand aus seiner Natur und machte einer innigen, süssen Liebe zu seinen irdischen Kindern Platz. Und dabei war es doch in seiner Eigenschaft als Jesus Christus, dass er die Hölle erfand und verkündete.

Mit andern Worten: Als milder und sanfter Heiland erwies er sich als tausendfach grausamer denn als der, der er im Alten Testament gewesen war.

 

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