DER GUTE HERR JEUS UND DER SCHURKE CHRISTUS
So der Titel eines Romans von Philip Pulman. Hab nur die Reklame gesehen - Christus sei ein gerissenes Organisationstalent, der die Ideen seines visionären Bruders Jesus umsetze.
Kommt einem irgednwie bekannt vor, diese "provokante Auslegung des Evangeliums". Hab noch keine Kritiken gesehen, ob wirklich literarisch ergiebig, oder ob es alte aufgewärmte Suppe ist. Weiss wer mehr?


eher kalte Suppe
Ärgerlich sind manche Bezüge auf das AT bzw. das Judentum. "Auge um Auge..." wird als Aufruf zur Gegengewalt missverstanden (S. 76).
Später wird das buch mehr und mehr zu der Schwarz-Weiss-Malerei, die der Titel vorwegnimmt. Und die entstehenden Geschichten über den guten Herrn Jesus, die Evangelien werden einseitig auf die Seite des Schurkischen (der Kirche) geschlagen. Am Schluss wird nochmals differenzierter das Dilemma benannt, dass eben (nur) in dieser real existierenden Kirche die Erinnerung an diesen Jesus und seine Botschaft bewahrt wurde. "Ohne die Geschichte gibt es keine Kirche, und ohne die Kirche wird Jesus vergessen ... Ach Martha, ich weiss nicht, was ich tun soll." (230)