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(m)ein Leserbrief in der AZ (23. Dez. 2011)

von Thomas Markus Meier — Letzte Änderung 24.12.2011 11:25
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All Gott-Schandt schrieb mir heute jemand anonym und bekannte sich stolz als "Nicht-Gutmensch"... Was ihm/ihr nicht gepasst hatte, mein gestriger Leserbrief in der AZ. Nicht in der Bibel, sondern im Volkmund heisst es: Wenn ein Stein in eine Herde Säue geschmissen wird, quitscht die getroffene auf.

Mit der Verdrehung der Sprache beginnt oft das Unrecht. In Ägypten werden jetzt die Demonstranten als "rowdies" verunglimpft. Dabei waren sie es, die von gedungenen rowdies verprügelt worden waren. Das Militär gibt vor, die Revolution zu retten, wo sie doch den arabischen Frühling verrät. Auch hierzulande bricht gleichsam kalter Winter über die Sprache. Da wird lauthals über "naive Gutmenschen" gezetert, und eine Asylindustrie erdichtet, als ob die Flüchtlinge aktiv ins Land geholt würden. Viele LeserbriefschreiberInnen werden das Kind in der Krippe feiern und vor lauter süssen Glockeklänge seine Botschaft genüsslich überhören: "Ich war durstig, aber ihr hattet Ansgt, euch als Gutmenschen ins Abseits zu manövrieren; ich war obdachlos, aber ihr wolltet nicht der ominösen Asylindustrie Hand bieten; ich war hungrig, aber ihr bekannten: selber fressen macht feist!"

 
 
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Klare Worte.

Kommentar von Peter Zürn am 17.01.2012 11:15
Gut so!
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